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Trafficking

Die Fakten zum Sexhandel


Das Ausmass des Kinderhandels

Der Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen ist per se kein neues Phänomen. Allerdings sind die geografischen Distanzen, die beim Transport zurückgelegt werden, und das Ausmass gigantisch. So stellt der Menschenhandel neben dem Drogen- und Waffenhandel das rentabelste illegale Geschäftsfeld dar. Von Experten wird der Umsatz pro Jahr auf 32 Milliarden Dollar geschätzt. Allein durch Kinderhandel werden jährlich 7 Milliarden Dollar umgesetzt.


Besonders gefährdete Kinder
In Gefahr sind besonders jene Kinder, die unter erhärteten sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen aufwachsen müssen. Armut, Geschlechter- und Rassendiskriminierung, fehlende Bildung, politische und wirtschaftliche Krisen, Korruption oder Naturkatastrophen bilden den Nährboden für Kinderhandel.

 

Ablauf des Sexhandels
Der Handel von Kindern und Jugendlichen in die sexuelle Ausbeutung würde nicht existieren, wenn es keine entsprechende globale Nachfrage gäbe. Der Ablauf des Sexhandels ist je nach Land unterschiedlich, dennoch sind drei Schritte typisch:

 

1. Beschaffung
Das Kind oder der Jugendliche wird aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen. Oftmals werden die Eltern von den Händlern getäuscht, indem sie ihnen und ihrem Kind ein besseres Leben in Aussicht stellen. In einigen Fällen sind Eltern auch so verzweifelt, dass sie ihre Kinder an Händler verkaufen.

2. Transport
Der Transport zu dem beabsichtigten Ziel ist für die Kinder oft sehr gefährlich und unbequem. Sie müssen sich in kleinste Verstecke zwängen, um nicht entdeckt zu werden. Werden sie gefunden, bestreiten die Händler jede Beziehung zu ihnen.

3. Ankunft
Bei der Ankunft am Zielort werden die Kinder und Jugendlichen oft misshandelt, geschlagen oder vergewaltigt, um sie gefügig zu machen. Die Kinder erleiden physische und psychische Verletzungen, sind aber zu verängstigt, um Hilfe zu suchen. Wenn sie versuchen zu fliehen, ist ihr Leben oder das Leben ihrer Familien in Gefahr. Auch von den Obrigkeiten und Behörden des jeweiligen Landes erhalten sie nicht immer sofort die nötige Unterstützung oder werden nicht als Opfer erkannt.


Kinder als anonyme Ware
Der Handel zu sexuellen Zwecken reduziert Kinder zu einer anonymen Ware, die auf dem illegalen Markt gekauft, verkauft, transportiert und wiederverkauft wird. Zwischen den Jahren 2003 und 2007 ist der Sexhandel von Minderjährigen von 15 auf 22 Prozent* angestiegen, das heisst, dass jeder fünfte gehandelte Mensch unter 18 Jahren alt ist. *UNODC 2009


Wer ist in den Sexhandel involviert?
Der Sexhandel ist ein riesiges Geschäft und die Profiteure sind zahlreich. Neben Anwerbern, Verkäufern und Abnehmern können auch Dokumentenfälscher, korrupte Beamte, Mitarbeiter von Transportfirmen, wissende oder unwissende Freier, Pädophile und teilweise auch Touristen in den Handel involviert sein. In manchen Fällen sind es auch Pesonen aus dem Bekannten- oder Familienkreis, die die Frauen und Mädchen anwerben, immer öfter sind auch Frauen unter den Täterinnen.

Wirtschaftskrise fördert minderjährige Sexhandel-Opfer
Eine in Bangkok vorgestellte Studie von The Body Shop und ECPAT International zeigt, dass die Wirtschaftskrise gravierende Folgen für minderjährige Opfer von Sexhandel haben könnte. So führen hohe Arbeitslosenquoten, steigende Lebensmittelpreise und die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensumstände direkt zu einer Verschärfung der Lage für Kinder aus sogenannten Herkunftsländern: Ländern, aus denen Kinder zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verschleppt oder auch verkauft werden. Um den finanziellen Unterhalt zu sichern, sind Familien immer häufiger gezwungen, ihre Kinder zu verkaufen. Die Kinder werden dadurch gefährlichen Situationen auszusetzt, welche Zwangsprostitution oder die Produktion von Kinderpornografie nicht ausschliessen.

Weiter zeigt die Studie, dass Minderjährige nicht selten innerhalb eines Landes, etwa von ländlichen in urbane Regionen oder von einer in eine andere Stadt, gehandelt werden. Das Beschaffen von Reisedokumenten wird dadurch hinfällig, was das Geschäft der Menschenhändler vereinfacht. Anders als bislang angenommen, hätten laut den Verfassern der Studie eine Vielzahl der Menschenhändler denselben nationalen und ethnischen Hintergrund wie die Opfer, etwa Personen aus der Nachbarschaft oder Familienmitglieder.

Gemäss der Studie sei ein weiterer negativer Effekt der Wirtschaftskrise, dass Freier weniger verdienen und deshalb auch weniger Geld für bezahlten Sex ausgeben können. Dies bringt Menschenhändler dazu, „billigere Ware“ zu beschaffen, welche sie in Kindern und Jugendlichen finden. Hinzu kommt der Fakt, dass auch Menschenhändler ihr Einkommensniveau beibehalten wollen und so die Bereitschaft, Minderjährige auszubeuten, steigt.

 
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