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ChildKindersexhandel in der Schweiz



Die Geschichte von Alina
Alina (Name geändert), 17, Osteuropäerin, stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat die Schule abgebrochen. Wegen familiärer Konflikte war sie bereits mehrmals von zu Hause weggelaufen. Ein ehemaliger Schulkollege beginnt eine Liebesbeziehung mit ihr und verspricht ihr einen Job als Servicekraft in einem Hotel in der Schweiz. Gegenüber den Eltern bekräftigt er, dass es sich um eine seriöse Arbeit handle, von dessen Verdienst Alina regelmässig Geld nach Hause schicken könnte. Weil Alina noch keine 18 ist, stellen die Eltern dem jungen Mann eine notariell beglaubigte Ausreisebewilligung für Alina aus. Kurz vor der Reise wird Alina mit Frau F. bekannt gemacht, die Alina und weitere Mädchen in einem Kleintransporter über die Grenze chauffiert. An einer Tankstelle in der Schweiz wird sie von ihrem „Freund“ abgeholt und in die Wohnung von Herrn G. in einer kleinen Vorortgemeinde gebracht. Herr G. nimmt Alina den Pass ab. Als Alina sich wehrt, vergewaltigt er sie. Danach eröffnet er ihr, dass sie von nun als Prostituierte arbeiten werde und Schulden für die Reise und für Dokumente von mehreren tausend Franken an ihn zurückzahlen müsse. Noch in der ersten Woche muss sie mehrere Männer, die Herr G. in die Wohnung bringt, sexuell bedienen. Mit gefälschten Papieren, die Alina als volljährig ausweisen, vermittelt Herr G. sie an Kontaktbars in verschiedenen Kantonen. Sie wird dorthin gefahren und kontrolliert. Die Einnahmen muss sie abgeben, entweder an Herrn G. oder ihren ehemaligen Freund und Aufpasser. Dieser kauft ihr Essen und gibt ihr 6 Franken für Zigaretten. Die freien Tage muss sie in der Wohnung von Herrn G. verbringen und dessen Freunde sexuell bedienen. Alina gelingt die Flucht, ein sensibilisierter Polizist ermöglicht ihr den Zugang zur FIZ. Alina ist in einem Gefühlschaos, hin- und hergerissen zwischen Angst vor den Drohungen der Händler, Wut gegen ihre Ausbeuter und Selbstzerstörungsgedanken. Sie fühlt sich einsam und hat jegliches Vertrauen in ihre Mitmenschen verloren. Mit Unterstützung der FIZ-Beraterin kommt sie zur Ruhe und entscheidet sich, gegen die Täter auszusagen. Diese werden wegen Menschenhandels verurteilt.


Die Geschichte von Sasha
Ich schämte mich für das, was ich tun musste.
Wie viele andere Teenager träumte „Sasha” davon, Model zu werden.
Aufgeregt und nervös bewarb sie sich auf eine entsprechende Anzeige in ihrer Lokalzeitung. Als sie schon am nächsten Tag einen Vorstellungstermin bekam, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Das Gespräch verlief gut und sie war überglücklich, als man ihr sofort den Job anbot. Sie sah es als tolle Chance, weil sie noch nie von zu Hause weg war und das Shooting im Ausland stattfand. Aus Angst vor der Reaktion ihrer Eltern entschied sie, ihnen erst hinterher von dem Shooting zu erzählen. Sie sagte, sie würde für ein paar Tage bei einer Freundin und deren Familie wohnen. Als sie am nächsten Tag in der Agentur ankam, wartete dort schon ein Wagen mit zwei weiteren jungen Mädchen. Außerdem reiste eine erwachsene Begleitperson mit, die die Pässe der Mädchen in Gewahrsam nahm. Die lange Reise konnte die Vorfreude der Mädchen nicht dämpfen. Als sie endlich am Zielort ankamen, waren sie noch viel zu glücklich, um zu merken, dass irgendetwas nicht stimmte. Auf dem Dachboden eines Hauses wartete der Fotograf auf sie. Umgehend forderte er die Mädchen auf sich ausziehen. Diese glaubten zuerst an einen Irrtum und wollten das Missverständnis erklären. Doch die Begleitperson reagierte ungehalten und begann, den Mädchen zu drohen. Es folgte ein wochenlanger Albtraum. Die Mädchen wurden gegen ihren Willen festgehalten und zu pornografischen Fotografien und Filmen gezwungen. Zu Hause suchten „Sashas” Eltern verzweifelt nach ihrer Tochter. Doch keiner ihrer Freunde wusste wo Sasha war oder was sie vorhatte. Die Tage vergingen und die Eltern rechneten mit dem Schlimmsten. Schließlich gelang es „Sasha“ ihren Kidnappern zu entkommen. Aber allein und ohne Personalausweis wusste sie nicht, wie sie wieder nach Hause kommen sollte. Sie hatte Angst zur Polizei zu gehen, die ihr vielleicht nicht glauben und sie einsperren würde. Außerdem wollte sie nicht, dass die Beamten ihren Eltern von den beschämenden Dingen erzählen, die sie durchgemacht hatte. So irrte „Sasha“ durch die Straßen – ohne Papiere und ohne Identität. Sie saß fest in einem fremden Land.

 

Die Geschichte von „Kit“
Ich fühlte mich so kraftlos – alles wurde mir genommen.
„Kit” hatte kein sehr glückliches Familienleben. Deshalb surfte er oft im Netz, um vor seinen Problemen zu fliehen. In einem Chatroom schloss er Freundschaft mit „Ray”, der in einer ähnlichen Situation war wie er. Sie teilten ihre Probleme und wurden schnell gute Freunde. Eines Tages beschloss der frustrierte „Ray” auszureißen und fragte „Kit”, ob er nicht mitkommen wolle. Kit war sofort einverstanden und die beiden verabredeten sich am Bahnhof. Sie entschieden, gemeinsam an die Küste zu fahren, weil sie dort gute Chancen auf Arbeit haben würden. Im Zug kaufte „Ray“ für beide ein Getränk. Das war das Letzte, an das sich „Kit” später erinnern konnte. Als er aufwachte war er – zusammen mit anderen ängstlichen Jungen – in einem kleinen Raum eingeschlossen und an den Händen und Füßen gefesselt. Wenig später betrat ein Mann den Raum und begann, mit einem Stock auf die Jungen einzuschlagen. Er schrie sie an, dass sie erst freigelassen werden würden, wenn sie 40,000 $ verdient hätten. Um diese Schuld abzubezahlen müssten sie in einem Club arbeiten und die Kunden unterhalten. Der Mann drohte den Jungen mit harten Schlägen und einer Verdopplung ihrer Schulden, wenn sie versuchen würden zu fliehen. Das Martyrium von „Kit” dauerte einige Monate – dann durchsuchte die Polizei den Club und rettete die misshandelten und missbrauchten Jungen. Da „Kit“ nicht nach Hause zurück wollte, fand die Polizei für ihn einen Platz in einer Zufluchtsstätte für Jungen.

 

Die Geschichte von Maria
Ich fürchtete mich vor dem, was ich mit Fremden machen musste.
„Maria” stammt aus einer sehr armen Familie. Ihre Eltern waren zu krank um zu arbeiten und sie war für das Einkommen der Familie verantwortlich. Als sie sich nach einer besser bezahlten Arbeit umsah, traf sie eine Frau, die ihr von einem Paar in den USA erzählte, die eine Hausangestellte suchten. Die Frau sagte ihr, dass sie so mehr Geld verdienen könne. Allerdings würde sie kein Arbeitsvisum für die USA erhalten, da sie keine Arbeitserfahrung hätte und sehr jung sei. Doch glücklicherweise kannte die Frau jemanden, der sie in das Land hineinschmuggeln würde. Aufgrund des Risikos müsse „Maria“ dem Mann allerdings ein Honorar bezahlen. Sie sollte eine kleine Anzahlung im Voraus leisten und den Rest bei ihrer Ankunft. Maria war sehr unsicher und beratschlagte sich mit ihren Eltern. Gemeinsam kamen sie zu dem Entschluss, dass sie ihr Glück in den USA  versuchen sollte. In Amerika angekommen wurde „Maria” zu ihren neuen Arbeitgebern gebracht. Diese teilten ihr mit, dass eine Haushaltshilfe nicht genug Geld verdienen würde, um die Schulden abzubezahlen und sie deshalb ihren Körper verkaufen müsse. Als „Maria“ sich weigerte, drohten sie damit, ihrer Familie ein Leid anzutun und sperrten sie in einen Raum ohne Essen und ohne Wasser. Schließlich willigte Maria ein, Sex mit Fremden zu haben. Die sexuelle Ausbeutung von „Maria” endete nach vier Monaten als die Polizei das Haus durchsuchte und ihre Arbeitgeber festnahm. Maria wurde gut verpflegt und medizinisch versorgt und war schließlich in der Lage, der Polizei dabei zu helfen, einen Prozess gegen ihre Peiniger in die Wege zu leiten. Dann kehrte sie zu ihren Eltern zurück, die sie überglücklich in ihre Arme schlossen.

 
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